2. Dezember 2008
Vatikan: Eine Reform der Reform
Einige Änderungen im Ritus der Messe stehen unmittelbar bevor. Das kündigte jetzt der Präfekt der Sakramentenkongregation, Kardinal Francis Arinze, im Gespräch mit Radio Vatikan an. Arinze äußerte sich im Rahmen eines Interviews zum Studientag der Sakramentenkongregation am Samstag, der unter dem Thema „Das Wort Gottes in der Liturgie“ steht. So wird möglicherweise der Friedensgruß verschoben, so Arinze. Die Eucharistie-Synode von 2005 hatte dies angeregt, die Sakramentenkongregation hatte daraufhin Expertenrat eingeholt, von denen die meisten sich aber für eine Beibehaltung des Friedensgrußes vor dem Agnus Dei ausgesprochen haben. ... Eine weitere Änderung betrifft die Schlussformel der Messe.„Die Synode von 2005 hatte vorgeschlagen, dass der Entlassungsruf „Ite missa est“ ergänzt werden könnte durch einige weitere Formeln, um besser die missionarische Dimension der Eucharistiefeier zu zeigen. ..."
Der Papst habe sich diese Bitte der Synodenväter zu Eigen gemacht und die Sakramentenkongregation gebeten, die Frage zu studieren. ... Wann die neuen Texte veröffentlicht werden, teilte Arinze nicht mit.
Vatikan: Lehrschreiben über bioethische Fragen
Im Dezember wird die Kongregation für die Glaubenslehre eine Doktrin zu bioethischen Fragen herausgeben. Das Lehrschreiben soll zu aktuellen Forschungsgebieten wie der Pränataldiagnostik, der embryonalen Stammzellenforschung und dem Einfrieren von Embryonen Stellung beziehen, so der Vatikan. Damit knüpft das Schreiben an die Instruktion „Donum Vitae“ aus dem Jahr 1987 an, welche die Würde des ungeborenen Lebens bekräftigt hatte. Das Dokument werde sich klar gegen den Missbrauch menschlicher Lebewesen im embryonalen Stadium als „biologisches Forschungsmaterial“ aussprechen, so ein Vatikansprecher im Vorfeld der Veröffentlichung. (apic)
Vatikan: Papst plant Reise ins Heilige Land
Der Heilige Stuhl prüft eine Reise Papst Benedikts ins Heilige Land für nächstes Jahr. Diesbezüglich seien „diplomatische Gespräche“ im Gang, bestätigte Vatikansprecher P. Federico Lombardi SJ. Die israelische Tageszeitung „Ha’aretz“ hatte von einem Besuch Benedikts in Israel und den Palästinensergebieten im Mai 2009 berichtet.
Israels Präsident Schimon Peres habe Benedikt XVI. zu einem Besuch eingeladen, schreibt „Ha’aretz“.
Indien: Kirche verurteilt Anschläge
Der Erzbischof von Mumbai hat die Anschläge in der westindischen Finanzmetropole scharf verurteilt. Die indische Bischofskonferenz forderte die Regierung auf, „alle Anstrengungen zu unternehmen, das Blutbad zu beenden“. Alle sollten zu friedlichem Zusammenleben in Indien beitragen, so ein Sprecher gegenüber dem Pressedienst Asianews. In einem Beileidstelegramm rief Papst Benedikt XVI. dazu auf, allen terroristischen Akten ein Ende zu setzen; sie verletzten die Menschheitsfamilie und setzten den Frieden und die Solidarität aufs Spiel, welche eine menschenwürdige Gesellschaft dringend brauche.
Vatikan: Galileo als Schutzpatron?
Galileo Galilei kann heutzutage „der ideale Schutzpatron für einen Dialog zwischen Wissenschaft und Glauben“ werden. Das denkt Erzbischof Gianfranco Ravasi, Präsident des Päpstlichen Kulturrates, der soeben einen Kongress über den italienischen Physiker veranstaltet hat. ... Erzbischof Ravasi hatte angekündigt, die Akten des vatikanischen Gerichtsverfahrens gegen Galileo bald umfassend veröffentlichen zu wollen, eingebettet in eine umfangreiche Analyse des geistesgeschichtlichen Zusammenhangs.