Benedikt: Kirche verurteilt jede Form von Kindesmissbrauch
„Jesus nannte die Kinder als Vorbild, um in das Reich Gottes zu gelangen. Seine Lehre über die Kinder und seine Zärtlichkeit im Umgang mit ihnen sind uns heute Appell zu Sorge und Respekt ihnen gegenüber.“ Das sagte Papst Benedikt XVI. an diesem Montag bei einer Ansprache vor der Vollversammlung des päpstlichen Familienrates in Rom. Christus folgend habe die Kirche im Laufe der Jahrhunderte den Schutz der Würde und der Rechte Minderjähriger gefördert und sich selbst ihrer angenommen, so Benedikt. Leider gebe es einige Glieder der Kirche, die diese Rechte verletzt hätten, so der Papst mit Blick auf die jüngsten Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche. Diese Kirchenmitglieder verhielten sich damit entgegen ihrem Auftrag. Ein solches Verhalten habe die Kirche zu jeder Zeit missbilligt und verurteilt. Und genau das werde sie auch weiter tun, so Benedikt. Jesus habe harte Worte benutzt gegen die, die „einen dieser Kleinen zum Bösen verführt“ hätten.
Es sei vor allem die Familie, basierend auf der Ehe von Mann und Frau, die Kinderrechte gewährleiste, so der Papst weiter. Er verwies dabei insbesondere auf die UN-Kinderrechtskonvention, die in diesem Jahr 20 Jahre alt wird und Thema bei der Versammlung des päpstlichen Familienrates ist. Der Heilige Stuhl begrüße diese Konvention, da sie neben dem Schutz von Kindern vor Verwahrlosung, sexuellem Missbrauch und Ausbeutung durch Kinderarbeit auch positive Aussagen zu Adoption, Gesundheitsversorgung, Erziehung und zum Behindertenschutz enthalte. (rv)
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Schoeps: „Zentralrat braucht neues Selbstverständnis“
Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, verzichtet auf eine weitere Amtszeit. Das hat die 77-Jährige am vergangenen Sonntag bei einer Sitzung ihres Gremiums in Frankfurt bekannt gegeben – nachdem zuvor zahlreiche Spekulationen über einen möglichen Verzicht durch die Medien gegeistert waren. Als möglicher Nachfolger für die Neuwahl im Herbst gilt Vizepräsident Dieter Graumann. Er wäre der erste Spitzenrepräsentant des Zentralrats, der den Holocaust nicht mehr selbst miterlebt hat. Das fordere den Zentralrat in besonderer Weise heraus, meint der Direktor des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien in Potsdam. Julius Schoeps:
„Es gibt eine ganze Reihe von Problemen, die sich stellen werden. Ich bin mir nicht so ganz sicher, ob sich die Nachgeborenen noch als moralische Instanz zu Wort melden können, wie Charlotte Knobloch es noch konnte. Die jüdische Gemeinschaft in Deutschland muss sich über ihre Identität klar werden: Wer sind wir? Was ist unsere Rolle in der Bundesrepublik? Wo können wir uns zu Wort melden und wo sollten wir lieber schweigen?“ (rv)
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Kölner Edith Stein-Archiv: Zeugnis geben und erinnern
Edith Stein steht wie keine Zweite im 20. Jahrhundert für ein kompromissloses Glaubenszeugnis. Nun bekommt die Karmelitin, die als gebürtige Jüdin in Auschwitz den Tod gefunden hat, ein eigenes Archiv. An diesem Sonntag wurde es in Köln eröffnet. Der Neubau enthält ein Magazin mit 25.000 Handschriften, einen Lesesaal zu Forschungszwecken und ein kleines Museum mit Informationen über Leben und Werk der Heiligen. Steins „große Weite des Geistes“, die in ihrem philosophischen Werk und persönlichen Werdegang auszumachen sei, machten die mutige Zeitzeugin für viele Menschen so anziehend. Das meint die Leiterin des Stein-Archivs, Karmelitenschwester Antonia Sondermann, im Gespräch mit dem Kölner Domradio:
„Sie hat versucht, die mittelalterliche Philosophie mit der modernen Denkweise zu verbinden und an dieser Stelle zu vermitteln versucht. Ihre Hauptfrage war: Was ist der Mensch? Ihr ging es aber auch vor allem darum, nach dem Geheimnis des Menschen zu fragen und dann eben zu schauen, was der Mensch in Bezug auf Gott ist. Und da gibt es zahlreiche Gedichte, Gebete und geistige Schriften, die noch mehr Zeugnis ablegen über ihren geistlichen Weg als über ihre Forschung.“ (domradio)
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WEITERE THEMEN:
Botschafter Gazzo: „Kruzifix-Urteil muss nicht Schule machen“
Das Anbringen von Kruzifixen in italienischen Klassenzimmern verstößt an staatlichen Schulen gegen die Europäische Menschenrechtskonvention. Das hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte vergangenen November in Straßburg entschieden – was aber nicht Schule in anderen EU-Ländern machen muss. Das findet zumindest der Botschafter der Europäischen Union beim Heiligen Stuhl, Yves Gazzo. Im Gespräch mit Radio Vatikan sagte er:
„Das Kruzifixurteil ist ja keine EU-Resolution. Ich persönlich denke, dass wir die verschiedenen Nationen in Europa solche Fragen selbst in die Hand nehmen lassen sollten. Denn das entspricht dem spezifischen Verhältnis zwischen den Mitgliedsstaaten und den Institutionen der EU. Zu diesem Zeitpunkt schiene mir eine generelle Vorgabe für alle Länder falsch. Denn die Hintergründe in den einzelnen Ländern unterscheiden sich zu stark. Während Italien sehr stark katholisch geprägt ist, gibt es zum Beispiel anderswo mehrheitlich Orthodoxe. Und diese Unterschiedenheit könnte man in einer übergeordneten Vorgabe nicht berücksichtigen.“ (rv)
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Italien: Bischof lobt Karneval
Im Schweizer Bistum Chur sollen – das wissen wir seit diesem Sonntag – keine Narrenmessen „mit Guggenmusik“ mehr stattfinden. Der traditionsreiche Kölner Karneval ist von diesem Bannstrahl glücklicherweise nicht betroffen – und auch nicht, auf der anderen Seite der Alpen, der Karneval von Viareggio: Der wurde an diesem Sonntag gefeiert, und natürlich war auch der Bischof von Lucca dabei. Zwar gibt es in dem toskanischen Städtchen Viareggio den Karneval erst seit 1873, aber mit seinen phantasievollen Motivwagen gehört der Umzug (die so genannte „corsa“) zu den buntesten in Europa. Bischof Italo Castellani:
„Wenn man`s richtig bedenkt, ist das Christentum doch gleichbedeutend mit Freude. Christen sind doch Zeugen der Freude und des Übermuts! Natürlich ist das eine motivierte Freude – eine tiefe, weil sie mit dem tiefen Sinn des Lebens zu tun hat. Freut euch allezeit im Herrn, sagt uns die Schrift – das ist der Grund, auf dem wir stehen. Und darum finde ich es gut, dass auch einige Pfarreien von Viareggio und aus dem Umland eigene Motivwagen für den Umzug gebastelt haben!“
Viareggio war im Sommer Schauplatz einer Tragödie: Bei einem Zugunglück mitten in der Innenstadt kamen mehr als zwanzig Menschen ums Leben; in den letzten Wochen kam es zu einer Überschwemmungskatastrophe und zu einem Erdrutsch. „Wir sind eine fragile Gegend“, sagt Bischof Castellani – und findet gerade deshalb Karneval wertvoll: Er sorge für ein „gesundes Zusammenfinden der Menschen”. (rv)
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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:
Pater Sinnot ist zurück
Pater Michael Sinnot ist wieder frei und zu seiner Arbeit in einem philippinischen Kinderheim zurückgekehrt. Ende letzten Jahres ging sein Name durch die Medien, als er vom 11. Oktober bis zum 12. November in der Hand von Entführern war. Der gebürtige Ire ist Mitglied der Kolumbani-Missionare und lebt seit den 50er Jahren auf den Philippinen. Nach seiner Rückkehr sprach er mit Radio Vatikan– über seine Erfahrungen während der Entführung, aber auch über sein Leben als Missionar. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:
Vatikan
Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil ist in der Ökumene mehr erreicht worden, als man sich noch vor 40 Jahren hätte vorstellen können. Das unterstreicht der Vorsitzende des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Kardinal Walter Kasper, anlässlich des ökumenischen Symposiums, das an diesem Montag in Rom begonnen hat. Vor der Eröffnung des Treffens hatte Kasper eine positive Bilanz für den ökumenischen Dialog zwischen dem Vatikan und den Kirchen der Reformation gezogen. Jetzt müsse man die erreichten Ergebnisse in den einzelnen Kirchen umsetzen, so der Kardinal. Das Symposion unter dem Titel „Die Früchte ernten“ läuft noch bis zum 10. Februar. (rv)
Europa
Frankreich
Neun von zehn Franzosen wissen über die Geburt Jesu und die Episode der Arche Noah Bescheid. Dagegen besitzen immer weniger Franzosen eine Bibel. Das geht aus einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage der französischen Bibelgesellschaft hervor. Nach der Studie bezeichneten sich ein Viertel der Befragten generell als Bibelleser. Drei Prozent der Befragten gaben an, täglich, zwei Prozent, etwa ein Mal in der Woche einen Blick in das Alte oder Neue Testament zu werfen. Unter den regelmäßigen Bibellesern sind zwei Drittel praktizierende Katholiken. (kipa)
Großbritannien
Der anglikanische Erzbischof von York, John Sentamu, hat die vom Vatikan geschaffenen neuen Strukturen für übertrittswillige Anglikaner kritisiert. Anglikanische Christen, die sich kollektiv und unter Wahrung ihrer Tradition dem Papst unterstellten, seien keine „echten Katholiken“. Das sagte der zweithöchste Vertreter der Anglikanischen Kirche nach Angaben der Tageszeitung „The Daily Telegraph“. Wer wirklich römisch-katholisch sein wolle, solle eine katholische Glaubensunterweisung durchlaufen und „richtig konvertieren“, so der Erzbischof. (kipa)
Rumänien
Im Rahmen ihres Ad-Limina-Besuchs treffen die Bischöfe des Landes in dieser Woche Papst Benedikt. Rumäniens Kirche hat in den letzten Jahren mit der Abwanderung vor allem junger Menschen Richtung Westen zu kämpfen. Die zunehmende Säkularisierung stellt sie vor neue Herausforderungen. Neun Prozent der Bevölkerung in Rumänien sind Katholiken. Sie verteilen sich auf rumänische, ungarische und deutschsprachige Gruppierungen. Neben dem römischen Ritus sind in dem Land auch die byzantinische und armenische Liturgie approbiert. (rv)
Afrika
Demokratische Republik Kongo
Religionsvertreter des Landes haben die Regierung dazu aufgerufen, die anhaltenden Konflikte mit der ugandischen Rebellenarmee „LRA“ entschiedener anzugehen und zu lösen. Seit dem Jahr 2006 komme es immer wieder zu Angriffen auf Dörfer im östlichen Teil der Demokratischen Republik Kongo. Die Regierung müsse die Bewohner der einzelnen Dörfer besser schützen. Das sagte der Erzbischof von Kisangani, Marcel Utempi Tapa, im Anschluss an eine internationale Konferenz. (apic)
Ägypten
Die Volksentscheidung zum Minarettverbot in der Schweiz ist von den Muslimen in Ägypten ohne Widerspruch akzeptiert worden. Das sagt der Seelsorger für die deutschsprachigen Katholiken in Ägypten, Joachim Schroedel, im Gespräch mit dem katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“. Es habe in Ägypten keinerlei Demonstrationen gegen das Verbot gegeben, so Schroedel. Entscheidend für diese Reaktion sei gewesen, dass der Islam oder Moscheen in der Schweiz nicht grundsätzlich verboten worden seien. (pm)
Amerika
El Salvador
Die katholische Kirche des Landes bittet die internationale Staatengemeinschaft um Hilfe beim Kampf gegen Kriminalität. „Die Spirale der Gewalt dreht sich immer weiter“, sagte der Erzbischof von San Salvador, Jose Luis Escobar Alas, am Wochenende in einer Pressekonferenz in der Hauptstadt San Salvador. Escobar rief Staatspräsident Mauricio Funes auf, andere Staaten um polizeiliche Unterstützung zu bitten. Dabei nannte er die USA und Brasilien. Medienberichten zufolge gab es in El Salvador im vergangenen Jahr über 4.300 Morde. (kipa)
Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
Programmvorschau:
Heute Abend, 08.02.2010: Weltkirchen-Magazin
Themen u.a.: Vietnam: Welle der Repression / Philippinen: Interview mit dem Missionar M. Sinnot, der nach seiner Entführung wieder in seine Pfarrei zurückgekehrt ist / „Wir wollen Aufklärung“ - der Sekretär der Bischofskonferenz, Hans Langendörfer, zum Missbrauchsskandal
Dienstag Abend, 09.02.2010: P. Bernd HagenkordSJ - Fünf Jahre Papst Benedikt (Teil 2)
Mittwoch Abend, 10.02.2010: Die Woche in Rom
Donnerstag Abend, 11.02.2010: Kreuz des Südens - Schwerpunkt Haiti
Radio Vatikan sendet täglich:
16.00 h „Treffpunkt Weltkirche” (KW 5885, 7190, 7250, 9645)20.20 Uhr „Magazin”: (1530 kHz, 4005 kHz, 5885 kHz, 7250 kHz) 6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins” vom Vortag (1530 kHz, 4005 kHz, 7250 kHz)
Radio Vatikan ist außerdem zu hören bei:
Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
· World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.30 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz.
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
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