Tagesmeldungen vom 3.12.2008
- Vatikan: Nein zur UNO-Behindertenkonvention -
- UNO: „Historischer Schritt” gegen Streubomben -
- Papst: „Ständiger Widerstreit zwischen Gut und Böse” -
Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Mario Galgano
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.
THEMEN DES TAGES:
Vatikan: Nein zur UNO-Behindertenkonvention wegen Abtreibung
Am Welttag der Behinderten kritisiert der Vatikan die Behindertenkonvention der Vereinten Nationen. Der Heilige Stuhl wird die Konvention nicht ratifizieren. Kritikpunkt ist: Das Dokument enthält kein ausdrückliches Verbot von Abtreibungen. Die Konvention wurde Ende 2006 von der Vollversammlung angenommen. Mehrere Länder haben sie bereits ratifiziert.
Kritisiert werden die Artikel 23 und 25 der Konvention. Im Artikel 23 werden die Rechte der Behinderten „auf Familienplanung und auf Sexualunterricht” hervorgehoben. Mit Artikel 25 soll das Recht der Behinderten auf Zugang zu allen gesundheitlichen Dienstleistungen garantiert werden, „einschließlich jener, die die sexuelle Gesundheit betreffen”. Der Vatikan kritisiert vor allem den Ausdruck „sexuelle Gesundheit”, weil in einigen Ländern darunter die Abtreibung verstanden werde. Es sei tragisch, dass Missbildungen des Fötus als hinreichender Grund für eine Abtreibung betrachtet werde, ließ der Vatikan verlauten. Eine Behindertenkonvention, die diesen Namen verdiene, müsse vielmehr das Ziel haben, den Schutz der Behinderten vor Diskriminierungen zu betonen, kommentiert der Vatikan. Zu loben sei deshalb, dass in dem UNO-Papier alle Unterzeichnerstaaten dazu verpflichtet würden, gesetzliche und praktische Hürden für Behinderte abzubauen.
Der Vatikan hat diese Woche bereits einen Vorschlag Frankreichs kritisiert, das im Namen aller EU-Mitglieder der UNO ein Projekt zur weltweiten Aufhebung der Strafbarkeit der Homosexualität vorlegen will. Die Position des Vatikans sorgte für heftige Kritik in Italien. (rv/ansa)
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UNO/Vatikan: Vorbildlicher Einsatz für Anti-Streumunition-Vertrag
Die Welt ist heute zu einem sichereren Ort geworden – das sagt Richard Moyes, Co-Präsident der Koalition gegen die Streubomben gegenüber der Nachrichtenagentur „AFP“. Es handle sich um den wichtigsten humanitären Vertrag der letzten Jahrzehnte. Regierungsvertreter aus mehr als hundert Staaten haben nämlich an diesem Mittwoch in Oslo mit der Unterzeichnung des Vertrags zur Ächtung von Streubomben begonnen. Der Vertrag sieht vor, künftig auf Gebrauch, Herstellung, Lagerung und Transport von Streumunition zu verzichten. Auch der Vatikan ist dabei. Der Kirchenstaat zählt zu den wichtigsten Förderer dieses UNO-Dokuments. Dafür ist nicht zuletzt der Vatikanvertreter beim UNO-Sitz in Genf, Erzbischof Silvano Tomasi, mitverantwortlich. Gegenüber Radio Vatikan lobt er vor allem den Einsatz der afrikanischen Staaten, die sich sehr für dieses Abkommen eingesetzt haben. Erzbischof Tomasi:
„Nicht nur von Afrika aus kommt ein moralischer Druck auf die Produzentenstaaten dieser Bomben. Die Streubomben gelten als besonders heimtückisch und gefährlich für die Bevölkerung. In Afrika sind diese Waffen leider sehr verbreitet. Deshalb ist die Unterzeichnung des Streubomben-Vertrags ein historischer Schritt. Der Prozess wird aber erst dann abgeschlossen sein, wenn diese Waffen nicht mehr eingesetzt werden, die Lagerbestände vernichtet, die verseuchten Gebiete geräumt sind und die Opfer die nötige Hilfe erhalten haben, um ein neues Leben aufzubauen.”
Der Vertrag war im Mai in Dublin ausgehandelt worden, jedoch ohne die Beteilung der USA, Chinas, Russlands, Israels, Indiens und Pakistans. Diese Staaten gehören zu den wichtigsten Produzenten und Verbreitern von Streubomben. (rv/afp)
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Vatikan: Für eine politische Einheit der Christen im Libanon
Der Vatikan ist besorgt über die Zerstrittenheit der Christen im Nahen Osten. Das sagt der Präfekt der Kongregation für die Orientalischen Kirchen, Kardinal Leonardo Sandri, gegenüber Radio Vatikan. Der Kurienkardinal besuchte kürzlich den Libanon. Dort traf er den maronitischen Patriarchen Nasrallah Sfeir. Ihm überreichte Sandri eine wichtige Botschaft des Papstes. Zu ihrem Inhalt meint Sandri:
„Die Christen im Libanon müssen zusammenarbeiten, damit die gesamte Gesellschaft sich in jener Region weiterentwickeln kann. Diese Früchte gelten nämlich nicht nur für die Christen, sondern auch für andersgläubige Menschen. Wir unterstützen deshalb das Engagement des maronitischen Patriarchen, der sich mit allen libanesischen Spitzenpolitikern trifft, um ihnen dieses Vorhaben zu erklären. Eine einheitliche Stimme aller Christen hätte viele Vorteile.”
Der Libanon müsse zu einem Musterbeispiel für die Christen im Nahen Osten werden, so Kardinal Sandri weiter. Auch der Papst sei davon überzeugt.
„Der Heilige Vater hat kürzlich dem libanesischen Botschafter anvertraut, dass der Libanon einen Schatz für die Menschheit bedeute. Gleichzeitig lobte der Papst die Dialogfähigkeit der Libanesen. Auch der Papst ist davon überzeugt, dass es im Libanon – sowie in anderen Ländern des Nahen Ostens – unbedingt notwendig wäre, kompromissfähig zu sein. Denn die Menschen haben die Freiheit, den Frieden zu wollen oder ihn abzulehnen. Wer sich auf den Weg des Friedens macht, muss also bereit sein, auf persönliche und gesellschaftliche Vorteile verzichten zu können.” (rv)
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Vatikan: Auszeichnung für „vorbildliche Solaranlage”
Der Vatikan wird für sein Engagement bei der Gewinnung von Sonnenenergie ausgezeichnet. Die Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien (Eurosolar) ehrt ihn mit einem der Europäischen Solarpreise 2008. Vor wenigen Wochen war auf dem Dach der Päpstlichen Audienzhalle eine Photovoltaik-Anlage mit 2.400 Modulen in Betrieb gegangen. Bei der Feier am Mittwochabend in Berlin wollen der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Périsset, und Ingenieur Pier Carlo Cuscianna von der Verwaltung des Vatikanstaats die undotierte Auszeichnung entgegennehmen. Die Laudatio hält der evangelische Theologe und Publizist Jürgen Fliege. Insgesamt verleiht der Verband bei der Feier elf Solarpreise.
In der Begründung der Auszeichnung heißt es, die Päpstliche Audienzhalle könne als Vorbild „für eine ökologische Umgestaltung von Gebäuden in historischen Ensembles in Europa und der ganzen Welt dienen”. Das Projekt sei nicht nur aus ökologischen Gründen vorbildlich. Es entspreche auch den Regeln der Internationalen Charta über die Konservierung und Restaurierung von Denkmälern. Die Solarmodule passten sich der Ästhetik des Daches an.
Das vatikanische Pilotprojekt auf dem fußballfeldgroßen Dach der Halle „Paolo VI” soll künftig bis zu 300.000 Kilowattstunden jährlich erzeugen; das entspricht dem Bedarf von 100 Haushalten oder 20 Prozent dessen, was der Vatikanstaat an Strom verbraucht. Die umweltfreundlich erzeugte Energie soll jährlich 225 Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid einsparen. Finanziert wurde die Anlage von einer Bonner Solarfirma. (kna/rv)
Hören und lesen Sie hier einen Kommentar des deutschen Journalisten und Buchautors Franz Alt
Papst: „Frei dank Vergebung der Sünden”
Die verbreiteten Ungerechtigkeiten, Gewaltakte und Lügen beweisen, dass das Böse immer noch unter uns ist. Das betonte Papst Benedikt XVI. in der Generalaudienz in der „Aula Paolo VI“ vor mehreren Tausend Pilgern und Besuchern. Doch auch das Licht des „neuen Adam” sei mitten unter uns, so Benedikt weiter. In seiner Mittwochskatechese erläuterte das Oberhaupt der katholischen Kirche die Lehre des Apostels Paulus über das Spannungsverhältnis zwischen der Erbsünde und der Freiheit. Diese Freiheit sei den Menschen durch die Gnade Gottes geschenkt worden. Dazu der Papst: „Diese beiden Pole veranschaulicht Paulus schon im ersten Korinther-Brief und dann besonders im Römer-Brief durch die Gegenüberstellung von Adam und Christus. So wie die Sünde des ersten Menschen Konsequenzen für die gesamte Menschheit hat, so – und noch viel mehr – wird den Vielen durch die Gnadentat des einen Menschen Jesus Christus die Gabe der Gerechtigkeit zuteil.”
Die Sünde habe für Paulus – wie auch für die jüdischen Schriften seiner Zeit – zwei Dimensionen. Einerseits sei die Erbsünde eine Gegebenheit, der die Menschen ausgeliefert seien, andererseits trage man Verantwortung für die eigenen Sünden.
„Die Befreiung von der Sünde Adams und von unseren eigenen Sünden durch Christus schenkt uns die Freiheit, ein neues Leben im Dienst des Herrn zu führen und uns auch unserer Mitmenschen und der ganzen Schöpfung anzunehmen, die bis zum heutigen Tag unter der Last der Sünde seufzen und darauf warten, in die Herrlichkeit der Kinder Gottes einzutreten (vgl. Röm 8,20-22).”
Apropos Ungerechtigkeiten und Lügen: Banken und Kreditinstitute sind nach Worten von Papst Benedikt XVI. der Solidarität mit den Schwächeren verpflichtet. Das gelte besonders in der aktuell angespannten Wirtschaftslage, unter der gerade Familien leiden müssten, sagte er am Mittwoch bei seiner Generalaudienz im Vatikan. Das Kirchenoberhaupt äußerte sich in einem Grußwort an Vertreter einer italienischen Kreditbank, die an der Audienz in der Nervi-Halle teilnahmen. -Unter den zahlreichen deutschen Besuchern waren indes viele Delegierte und Vertreter aus verschiedenen Diözesen anwesend. Ihnen sagte der Papst: „Besonders heiße ich heute die Pilgergruppe von Schönstatt willkommen. Das Paulusjahr und der eben begonnene Advent laden uns ein, dass wir Christus unsere Herzen öffnen. Er ist der einzige Weg der Befreiung, der uns vor der tödlichen Gefahr der Sünde bewahrt. Der Herr schenke euch den Geist der Hoffnung und der Liebe und begleite euch mit seinem Segen!” (rv)
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DIE NACHRICHTEN:
Vatikan
Guten Appetit: Einige Vertreter des italienischen Bäcker- und Konditorenverbandes haben Benedikt XVI. 1.000 Panettoni geschenkt. Sie sollten an Weihnachten an Bedürftige in Rom ausgegeben werden und ein Solidaritätszeichen setzen, so die Bäckerinnung. Der Papst hat sich im Rahmen der Generalaudienz an diesem Mittwoch bei den Stiftern bedankt. Ein Panettone ist ein traditioneller italienischer Weihnachtskuchen. (agi)
Das 60-jährige Bestehen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen wird am 10. Dezember im Vatikan mit einem Festakt begangen. Damit solle deren Beitrag zur internationalen Wertschätzung der Menschenwürde unterstrichen werden, sagt ein Vatikansprecher. Auch Papst Benedikt XVI. wird an den Feierlichkeiten teilnehmen. Zuerst soll zur Bedeutung des Dokuments getagt werden. Im Anschluss findet ein klassisches Konzert des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt statt. (rv)
Katholische Schulen machen Christus in unserer Zeit und unserer Geschichte sichtbar. Das betonte der Präfekt der Kongregation für katholische Erziehung, Kardinal Zenon Grocholewski, am Dienstag zum Abschluss der Tagung des Rates der Europäischen Bischofskonferenz (CCEE)in Rom. Die Schulen seien aus dem öffentlichen Leben in Europa nicht wegzudenken und Instrumente der Evangelisierung und des Dialoges, so Grocholewski in einer Predigt. (rv)
Europa
Europäische Union/Vatikan
Die nächste Delegiertenversammlung aller Priesterratsvertreter der Länder Europas wird für den September 2009 nach Rom einberufen. Dies beschloss der neugewählte Vorstand des Europäischen Priesterrates (CCPE) bei seiner ersten Zusammenkunft in Wien. Ziel der Delegiertenversammlung in Rom ist es, „miteinander und mit der vatikanischen Kleruskongregation über Fragen der priesterlichen Identität in der Gegenwart ins Gespräch zu kommen”. Die geplante Tagung im ungarischen Esztergom über die Herausforderungen durch den neuen Atheismus wird auf 2010 verschoben. Neuer Vorsitzender des Vorstandes ist der Salzburger Michael Max und der neue Geschäftsführer ist Josef Zerndl aus Bayreuth. Bei der Zusammenkunft des CCPE-Vorstands in Wien wurde besonderes Augenmerk auf die angespannte Situation in Indien gerichtet, wo auch viele Priester realen Bedrohungen bis zu Mordanschlägen ausgesetzt sind. An die Regierung in Neu-Delhi appellierten die europäischen Priesterrats-Vertreter, den wirksamen Schutz der Religionsfreiheit für alle Glaubensgemeinschaften zu garantieren. (kap)
Deutschland
Gegen die Kirchenaustrittsgebühr in Nordrhein-Westfalen hat ein Kölner Bürger eine Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg eingereicht. Das teilte der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) am Dienstag in Hagen mit. Der Kirchenaustritt muss bei einer staatlichen Behörde erklärt werden, je nach Bundesland bei Amtsgerichten oder Standesämtern. Seit 2006 erhebt Nordrhein-Westfalen dafür eine Gebühr von 30 Euro. Im August war der Kölner Fabrice Witzke vor dem Bundesverfassungsgericht mit einer Beschwerde gegen diese Regelung gescheitert. Die Richter bezeichneten die Belastung als „dem Grunde nach zumutbar”. Die Gebühr verstoße nicht gegen die im Grundgesetz verankerte Glaubens- und Gewissensfreiheit. Sowohl Witzke als auch der IBKA finden die Begründung der Richter nicht überzeugend. „Die Religionsfreiheit bedeutet für mich auch: frei von Religion sein zu dürfen. Ohne dafür schikaniert zu werden oder zu bezahlen”, so der Kölner. Mit der Beschwerde will er feststellen lassen, dass die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts die Europäische Menschenrechtskonvention verletzt. Zudem fordert Witzke die Austrittsgebühr nebst Zinsen sowie sämtliche Kosten der juristischen Auseinandersetzungen zurück. (idea)
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, ermutigt Kirchenvertreter, sich noch engagierter in gesellschaftspolitische Debatten einzumischen. Der Freiburger Erzbischof sagte im Rottenburger Dom St. Martinus, die Bischöfe in Deutschland sollten künftig „gute Hirten ihrer Herde sein und nicht Hüter heiliger Kühe”. In seiner Predigt anlässlich des 60. Geburtstags des Rottenburger Bischofs Gebhard Fürst forderte Zollitsch seine Amtsbrüder in Deutschland auf, sensibler für die Anliegen der Menschen zu sein und deren Themen und Anliegen aufzugreifen. Zuweilen müsse man in der Öffentlichkeit zu Gunsten der Schwächeren kritisch Position beziehen. Zwar müssten Bischöfe nicht Experten auf einem Gebiet wie der Finanzkrise sein. „Aber wir haben zu fragen: Was machen Menschen, deren Vermögen Millionen oder Milliarden beträgt? Fressen sie es etwa auf?” Die Kirche müsse die „geistlose Gier” nach Profit an den Finanzmärkten entlarven, forderte der Bischof. (pm)
Ein runder Geburtstag in Deutschlands jüngster Diözese: Der Hamburger Erzbischof Werner Thissen feiert an diesem Mittwoch seinen 70. Geburtstag. Thissen leitet seit Anfang 2003 das flächenmäßig größte Erzbistum Deutschlands, das neben Hamburg auch Schleswig-Holstein und Mecklenburg umfasst. Es ist neben Berlin das einzige Bistum mit westdeutschen und ostdeutschen Gemeinden. Gegründet wurde das Erzbistum Hamburg 1995. Rund 400.000 Katholiken leben hier in 109 Gemeinden. Ob der promovierte Theologe im Thalia-Theater über menschliche Abgründe spricht oder mit 200 Kindern beim Astrid-Lindgren-Fest über Pippi Langstrumpf plaudert, ob er mit Ballettintendant John Neumeier über Tanz und Liturgie parliert oder im Stadion seinen Fußball-Verstand unter Beweis stellt – Thissen scheint immer den Blick dort zu haben, wohin sich seine Schäfchen bewegen. Für die katholische Kirche in Hamburg gewiss die richtige Art des Zugangs. Mit fast 33.000 Quadratkilometern ist das 1995 geschaffene Erzbistum zwar die flächenmäßig größte deutsche Diözese, doch gehört sie mit knapp 400.000 Katholiken klar zur Diaspora. Für Thissen mag der Übergang vom katholisch grundierten Bistum Münster, wo er Generalvikar und schließlich Weihbischof war, eine Art Kulturschock gewesen sein. (domradio/kna/rv)
Österreich
Die Diözese Innsbruck hat erstmals für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Kollektivvertrag abgeschlossen. Der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer, Generalvikar Jakob Bürgler und Wolfgang Katzian, der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), unterzeichneten den Kollektivertrag für die diözesanen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Dienstag in Innsbruck. Der Kollektivvertrag löst mit 1. Januar 2009 die bisherigen Einzelvereinbarungen, Besoldungsordnungen und Betriebsvereinbarungen ab. Er betrifft rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des bischöflichen Ordinariates, der Caritas, aller Pfarren, des Priesterseminars, der Stiftung „Kirchliche Pädagogische Hochschule Edith Stein”, des bischöflichen Gymnasiums „Paulinum” sowie mehrerer kirchlicher Vereine. – Innsbruck ist nach Linz die zweite Diözese in Österreich, die einen Kollektivvertrag für die Mitarbeiter abgeschlossen hat. (kap)
Frankreich
64 Prozent der französischen Arbeitnehmer haben sich gegen Sonntagsarbeit ausgesprochen. Das ergab eine Erhebung des Umfrageinstituts Ipsos. Die Mehrheit der berufstätigen Franzosen sehe im Sonntag einen Tag für familiäre, kulturelle und religiöse Aktivitäten, so Ipsos. (apic)
Griechenland
Zu 11 Jahren Haft und einer Geldstrafe von 80.000 Euro ist am Dienstag ein griechisch-orthodoxer Priester in Athen verurteilt worden. Er soll zwei minderjährige Jungen in den 90er Jahren mehrfach vergewaltigt haben. (afp)
Russland
Das Buch Joseph Ratzingers – Benedikts XVI. über das Leben und die Person Jesu liegt nun auch in russischer Sprache vor. 20.000 Exemplare seien gedruckt worden, so die Vatikanzeitung „L`Osservatore Romano”. Weltweit ist das Buch bereits in 82 Sprachen erschienen. (or)
Türkei
Erstmals in der Geschichte der Türkischen Republik hat eine staatliche Einrichtung die christlichen und jüdischen Feiertage offiziell anerkannt. Wie die türkische Presse am Mittwoch meldete, versandte die Hochschulaufsichtsbehörde „YÖK“ eine Liste der orthodoxen und jüdischen Feiertage an alle Universitäten. In einer begleitenden Direktive wies YÖK-Präsident Yusuf Ziya Özcan demnach die Hochschulen an, an diesen Tagen allen christlichen und jüdischen Studenten, Dozenten und Angestellten auf Wunsch freizugeben. „Ich bitte darum, dies angemessen leicht zu machen und feinfühlig zu handeln”, zitiert die Presse aus dem Schreiben des YÖK-Präsidenten, von dem der Oberrabbiner der Türkei und das armenische Patriarchat in Istanbul Kopien zur Kenntnisnahme erhielten. Bislang durften Angehörige der Minderheiten in der Türkei auf individuellen und schriftlichen Antrag zu ihren religiösen Feiertagen freinehmen. Mit der YÖK-Direktive bekommen sie nun erstmals ein Recht auf Feiertage. Staatspräsident Abdullah Gül berief Özcan vor einem Jahr in das einflussreiche Amt des YÖK-Präsidenten. Die kemalistische Opposition kritisiert ihn scharf, weil er dafür eintritt, jungen Frauen mit Kopftuch den Zugang zum Hochschulstudium zu erlauben. (kna)
Afrika
Kenia
Bisher haben die Religionsführer in Afrika zu wenig gegen das HIV-Virus unternommen. Das haben christliche und muslimische Kirchenverantwortliche aus Kenia, Uganda, Tansania und dem Sudan nun eingeräumt. Die Infizierten seien oftmals verurteilt worden. Ebenso sei in den Gemeinden zu selten dazu aufgerufen worden, sich Aids-Tests zu unterziehen. Fortan solle mehr in diese Richtung unternommen und so auch dem Willen Gottes entsprochen werden, beschlossen die Geistlichen. (apic)
Demokratische Republik Kongo
Tausende Flüchtlinge sind nach Goma in Nord-Kivu zurückgekehrt. Sie hätten ihre Häuser wieder bezogen und fänden relativ stabile Verhältnisse in der Stadt vor, sagen örtlichen Quellen. Noch vor wenigen Tagen seien die Flüchtlinge von Plünderungen durch bewaffnete Truppen in Uniform betroffen gewesen. Nun zeichne sich eine gewisse Gesprächsbereitschaft zwischen der Regierung und den Rebellen ab, die auf eine Befriedung der Situation ziele. (misna)
Amerika
Venezuela
Die Bürger haben mit der hohen Wahlbeteiligung bei der Präsidentschaftswahl vom 23. November ihre demokratische Einstellung zum Ausdruck gebracht. Das unterstreichen die Bischöfe Venezuelas jetzt in einer Erklärung. Das Volk hoffe darauf, dass sich die Regierung unter Präsident Hugo Chávez verstärkt um das Gemeinwohl bemühe, und nehme starken Anteil am politischen Geschehen, so das Schreiben der Bischöfe. Die in Venezuela regierenden Sozialisten von Präsident Hugo Chávez wollen im nächsten Jahr womöglich einen erneuten Versuch zu einer Verfassungsreform auf den Weg bringen, durch die der Staatschef des Landes unbegrenzt wiedergewählt werden kann. – Bei den Kommunalwahlen in Venezuela gewannen die Sozialisten um Präsident Hugo Chavez die meisten Gouverneursposten, eine Reihe von Schlüsselprovinzen und die Hauptstadt Caracas gingen jedoch an die Opposition. Chávez bezeichnete die Wahl als Beweis für Venezuelas funktionsfähige Demokratie. (rv/afp)
Vereinte Nationen/Katar
Der UNO-Entwicklungsgipfel in Doha hat die unterschiedlichen Standpunkte der armen und reichen Länder zur Finanzpolitik sichtbar gemacht. Das meint der Ständige Vertreter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, Erzbischof Celestino Migliore. Die G-8 und G-20-Länder müssten sich stärker auf die Bedürfnisse der Entwicklungsländer einstellen, findet Migliore. Sie drängten auf nötige Reformen, denen sich die westlichen Regierungen und die Verantwortlichen der Finanzinstitute derzeit noch verweigerten. In einer abschließenden Erklärung verpflichteten sich die vertretenen Nationen zu einem solidarischen Miteinander. –UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte die Staats- und Regierungschefs am 29. November nach Doha geladen, um über die aktuelle Finanzkrise zu beraten. (apic/or/rv)
Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
Heute Abend, 03.12.2008: Die Woche in Rom
Themen u.a.: Generalaudienz mit Papst Benedikt XVI. / Die Internationale Theologenkommission tagt / Vatikan: Homosexuelle dürfen nicht verfolgt werden / Der neue Kommandant der Schweizergarde stellt sich vor / Franz Alt zum neuen Solardach
Donnerstag Abend, 04.12.2008: Youngradio - Jugend-Magazin
Themen u.a.: Saudische Girlband sorgt für Furore
Freitag Abend, 05.12.2008: Prisma-Magazin
Themen u.a.: Wintervollversammlung der Schweizer Bischofskonferenz / D: Runder Tisch zum Thema Heimmissbrauch beschlossen / 100 Jahre Olivier Messiaen
Samstag Abend, 06.12.2008: Franz Küberl, Wien - Kommentar der Woche
Veronika Prüller-Jagenteufel - Betrachtung zum Sonntag
Radio Vatikan sendet täglich:
16.00 h „Treffpunkt Weltkirche” (KW 5885, 7190, 7250, 9645)
20.20 Uhr „Magazin”: (1530 kHz, 4005 kHz, 5885 kHz, 7250 kHz)
6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins” vom Vortag (1530 kHz, 4005 kHz, 7250 kHz)
Radio Vatikan ist außerdem zu hören bei:
· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.30 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz.
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
Im Internet:
Die deutschsprachigen Sendungen sind online live und auf Abruf zu hören unter: www.radiovaticana.de
Das Vier-Monatsprogramm können Sie anfordern bei: Winfried Aufterbeck, Wiesenstr. 9a, D-40878 Ratingen. - Tel.: 02102/711711 Fax: 02102/ 21413, E-mail: aufterbeck@radiovaticana.de
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Fax: 0039/06/69883844
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