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    <title>Radio Vatikan - Clips-GER</title>
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    <description>Die Stimme des Papstes und der Weltkirche</description>
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      <title>Missbrauchskonferenz: Es muss in der Zukunft um Prävention gehen</title>
      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=562215</link>
      <description>  00:07:00:72  Jesuitenpater Hans Zollner ist einer der Veranstalter des Kongresses zum Sexuellen Missbrauch, der an der Universität Gregoriana stattgefunden hat. Im Gespräch mit Mario Galgano berichtete er von seinen Eindrücken von den Diskussionen, Besprechungen und Treffen.


„Die katholische Kirche ist in allen Kulturen und Sprachen vertreten und das kam bei diesem Treffen sehr deutlich heraus. Es ging darum, wie man in verschiedenen Gesellschaften über das Thema Missbrauch redet und wie man dort damit umgeht. Es gibt Gesellschaften, die das bereits stark reflektiert haben und andere hingegen, bei denen dieses Thema bisher kaum zur Sprache kam. Für uns war es deshalb wichtig, dass wir ein Forum bieten können, damit diese Erfahrungen ausgetauscht werden können. Damit hatten jene erfahrene Länder die Möglichkeit, anderen Gesellschaften, die nicht darüber sprechen, mitzuteilen, dass man insofern etwas gegen das Problem unternehmen kann, indem man auf die Vergangenheit schaut und auf die Opfer hört, therapeutische Mittel anbietet und so gut es möglich ist auf Versöhnung hinarbeitet una auf die Prävention schaut. Damit in der Schule und im Pfarreileben die Leute auch in der Lage sind mit Missbrauch gut umzugehen und die Kinder in diesen Gesellschaften selbst gestärkt werden. Wir reden, wenn wir von der katholischen Kirche reden, über die Präsenz in 200 Ländern und da wird klar, dass es nicht nur den westlichen weg gibt über Sexualität, sexuellen Missbrauch und sexuelle Gewalt zu reden.


Diese Verschiedenheit in der Weltkirche kam bei dem Symposium sehr stark zum Ausdruck. Gibt es trotzdem etwas Verbindendes, das die ganze Weltkirche konkret aufnehmen kann?

Es gibt die kirchenrechtliche Ebene, die für alle Länder gleich ist. Es gibt von der Kirche her diese Normen, die auch in den letzten zwei Jahren verschärft wurden. Auch seit 2000, seitdem der damalige Kardinal Ratzinger die Zuständigkeit für die Behandlung solcher Fälle an die Glaubenskongregation gezogen hat, gibt es eindeutige Maßnahmen und Richtlinien. Die sind für alle gleich. Was noch nicht gleich war, aber wozu ich glaube, dass wir auf diesem Symposium einen kleinen Beitrag geleistet haben, ist, dass das Bewusstsein in der Weltkirche, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen deutlich gestiegen ist.

Wir haben gesehen, dass die Bischöfe aus 110 Ländern hier miteinander auch darüber gesprochen haben, wie unterschiedlich sie in ihrem Vorwissen sind, wie unterschiedlich sie auch in ihren Reaktionen waren und sind und dass sie auch voneinander lernen können. Wir glauben auch, dass wir durch die Präsenz der Leiter von verschiedenen Dikasterien auch gesehen haben, dass es eine deutlich klare Position auf Seiten der Hauptverantwortlichen der obersten Kirchenleitung gibt, dass man über diese Themen reden muss und in die Prävention gehen muss. Wir haben mit dem Zentrum für Kinderschutz, das wir als Universität Gregoriana in München eingerichtet haben, versucht, einen kleinen Beitrag zu leisten, damit ersten eine Grundinformation für pastorale Mitarbeiter gegeben werden kann: Was bedeutet Missbrauch, wie gehe ich mit Opfern und Tätern um, wie ist die Rechtslage in dem jeweiligen Land.

Heute Nachmittag kam im Plenum noch einmal sehr deutlich im heraus, dass es sehr viele Leute gibt, die daran interessiert sind mitzuarbeiten. Insofern sehe ich eine Entwicklungsmöglichkeit über dieses Zentrum hinaus, dass mit der e-learning-Institution der Gregoriana ein Koordinationsinstrument geschaffen wird, damit die vielen Initiativen, die es weltweit in der Kirche zum Kinderschutz gibt, auch tatsächlich zum Tragen kommen. Dass man von den Besten Praktiken, die es weltweit zum Kinderschutz gibt, auch ein vernetzte Möglichkeit hat, sie anderen zugänglich zu machen.


Gibt es auch die Idee, dass solche Konferenzen in Zukunft regelmäßig stattfinden, um zu sehen, wo man angelangt ist?

„Die Gregoriana und das Kinderschutz-Zentrum in Deutschland werden voraussichtlich jährlich eine Tagung durchführen. Das wird und kann natürlich nicht die Dimension haben, wie die jetzige Konferenz. Wir hatten hier praktisch die Vertretung der gesamten Weltkirche in Rom. Darüber hinaus habe ich auf diesem Symposion von vielen Teilnehmern gehört, dass sie auf nationale oder regionale Ebene solche Treffen durchführen möchten. Da spielt auch der kulturelle Hintergrund eine große Rolle. Wir werden sehen, in welchem Zeitrahmen. Aber ganz sicher wird es nach den drei Jahren der Pilotphase des Zentrums ein Resümee geben. Dort werden wir dann das zurückmelden, was wir erfahren haben. Im Kontakt mit 8 Ländern weltweit werden wir auch einen gewissen Erfahrungswert haben, wie man das, was wir uns in Deutschland, in Europa, im Westen denken, auch wirklich in andere Kulturen und andere Sprachen übersetzten kann."

(rv 10.02.2012 mg)
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      <author>webteam@vaticanradio.org</author>
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      <pubDate>Fri, 10 Feb 2012 16:43:20 GMT</pubDate>
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      <title>Zum Gregoriana-Symposion: Was bleibt?</title>
      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=562206</link>
      <description>  00:18:59:93  Diskussionen, Vorträge, Erfahrungsaustausch: Bei der Konferenz an der Gregoriana gab es auch Resultate aus Sicht der Organisatoren, der Opfer und der Experten. Welche? Das hören Sie in der Sendung "Prisma". (rv)</description>
      <author>webteam@vaticanradio.org</author>
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      <title>Zum Gregoriana-Symposion: Der Missbrauchskandal aus Sicht der Weltkirche</title>
      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=562191</link>
      <description>  00:19:00:00  Nicht nur Nordamerika und Europa waren und sind von dem Missbrauchskandal betroffen: Auch in Afrika, Asien und Lateinamerika war das ein Thema. Darüber haben Experten aus den jeweiligen Ländern an der Päpstlichen Universität Gregoriana gesprochen. Hören Sie dazu die Berichte in der Sendung "Kreuz des Südens". (rv)</description>
      <author>webteam@vaticanradio.org</author>
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      <title>Missbrauchskongress: „Die Wende im Kopf ist gelungen"</title>
      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=562116</link>
      <description>  00:02:59:23  Schritt für Schritt entsteht ein globales katholisches Bewusstsein über das Problemfeld Missbrauch in der Kirche. Das hat der Münchner Kardinal Reinhard Marx beobachtet, der an der internationalen Tagung in Rom teilnahm und dabei viele Gespräche mit Kollegen im Bischofsamt aus aller Welt führte. 

„Wenn ich auf 2002 zurückblicke, wo wir zum ersten Mal Richtlinien gemacht haben, übrigens als erste Institution in Deutschland, haben wir aus meiner Sicht noch nicht die ganze Wende im Kopf gemacht, uns die Sache aus der Perspektive der Opfer anzuschauen. Und das ist in den letzten Jahren passiert, sodass Schritt für Schritt auch ein globales katholisches Bewusstsein entsteht, und das ist an diesem Kongress auch sichtbar geworden. Vor zehn Jahren hätte der noch nicht so stattfinden können, und jetzt ist wirklich eine Sensibilität da, eine Offenheit, die Dinge werden klar ausgesprochen, es wird nicht mehr drumherumgeredet, es wird die Wahrheit auf den Tisch gelegt, die Opfer kommen zu Wort, man ist trotzdem geprägt von der Hoffnung, dass aus der Erfahrung, die wir jetzt gemacht haben, der Wahrheit ins Gesicht zu schauen, sich etwas Positives entwickeln kann – eine Wende. Und das ist etwas, was neu zusammenführt.“

Die massive Aufdeckung von Missbrauchsfällen hatte in den USA begonnen und nach und nach europäische Länder ergriffen. 2011 war Deutschland an der Reihe. Kardinal Marx erinnert sich: 

„Es kam an jedem Tag eine neue Nachricht über das, was in den letzten Jahrzehnten passiert ist, sodass die Wucht der Ereignisse einen ziemlich erschüttert hat. Insofern war es, obwohl wir schon früher auch etwas gewusst haben, mir zum ersten Mal klar, dass es doch einen größeren Umfang gehabt hat und die Frage des Missbrauchs auch tiefer in den Jahrzehnten eine Rolle gespielt habe, als ich mir das überhaupt habe vorstellen können.“

Allerdings: Noch nicht in allen Teilen der katholischen Weltkirche hat sich bisher ein Bewusstsein für die Tragweite von Missbrauch durchgesetzt. Dazu Kardinal Marx. 

„Es ist ein weltweites Problem, davon bin ich überzeugt, und es gibt unterschiedliche Kulturen und Bewusstseinsstände. Niemand kann voraussagen, wann bestimmte Punkte offenbar werden. Wer hätte vor 20, 30 Jahren gedacht, dass wir darüber sprechen?“

Jedenfalls, und das wertet Marx als einen der großen Erfolge der internationalen kirchlichen Tagung: 

„Wir sind besser vorbereitet. Deswegen ist ja wichtig, dass wir katholisch global zusammenwirken, dass wir über die Kulturen und Nationen hinweg in Kontakt bleiben, das war ja ein wichtiges Anliegen dieses Symposions, die Leute aus verschiedenen Ländern zusammenzubringen und ihnen zu sagen, ihr seid nicht unvorbereitet, wir haben unsere Erfahrungen gemacht, bereitet euch vor, ihr könnt jetzt handeln und etwas Positives tun, so dass auch wirklich deutlich wird, dass wir auf dieses Problem aufmerksam geworden sind.“

(rv 09.02.2012 gs)

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      <author>webteam@vaticanradio.org</author>
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      <pubDate>Fri, 10 Feb 2012 14:46:59 GMT</pubDate>
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      <title>Apostolischer Nuntius in Syrien: „Spirale der Gewalt“</title>
      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=562057</link>
      <description>  00:01:53:52  Von einer „Spirale der Gewalt“ spricht der päpstliche Nuntius in Syrien, Mario Zenari, mit Blick auf die Eskalation der letzten Tage. Während die Bombardements der Sicherheitskräfte gegen Oppositionelle in Homs weitergehen, kam es an diesem Freitag auch in Aleppo zu Angriffen auf Regierungsgebäude. Radio Vatikan erreichte Zenari an diesem Freitag in Damaskus, der Brennpunkt Homs liegt gut 100 Kilometer nördlich von der syrischen Hauptstadt entfernt. Der Vatikanvertreter zeigte sich tief betroffen über die jüngsten Ereignisse:

„Das ist eine Spirale der Gewalt, die sich von Tag zu Tag zuspitzt und auf Kosten Unschuldiger geht: Unicef spricht allein von über 400 Kindern, die seit Beginn des Konfliktes starben. Es ist unglaublich, schrecklich, in Homs wird auch auf Kinder geschossen, ja auf alles, was sich bewegt. Man schießt auf junge Menschen, die vielleicht nur Einkäufe oder Essen in den Händen halten. Es beginnen nun auch die Lebensmittel knapp zu werden, es ist schwer, die Verletzten zu versorgen und ihnen überhaupt zu helfen. Heute Morgen hörte ich von einer griechisch-orthodoxen Gläubigen, die ihre toten Angehörigen nicht beerdigen kann, darunter ihren Vater.“

Weiter warnt der Nuntius vor einer humanitären Katastrophe in Syrien: Neben der Gewalt kommt es zu Lebensmittelknappheit, Neugeborene in Krankenhäusern können nicht mehr versorgt werden und Blutreserven werden knapp. Dazu Zenari:

„Hier muss mehr getan werden, wir müssen uns beeilen und das Mögliche tun."

Die Chance auf einen Dialog der Konfliktparteien oder auf diplomatische Eingriffe von außen sieht der Nuntius vor allem durch die unübersichtliche Lage behindert; so seien die Hintergründe des Angriffes auf Aleppo von diesem Freitag zum Beispiel noch völlig unklar. Dennoch dürfe man die Hoffnung auf die Einleitung einer friedlichen Lösung nicht aufgeben. Angesichts des Klimas der Gewalt und des Hasses im Land sieht Zenari vor allem die Christen in Syrien in einer Vermittlerrolle:

„Die christliche Gemeinschaft wird bislang respektiert, sie ist kein Angriffsziel wegen ihrer Religion. Bisher wurden ja auch keine Kirchen beschädigt. Wenn man die Lage mit der in anderen Ländern der Region vergleicht, gibt das ein wenig Hoffnung. Positiv ist, dass die Christen akzeptiert sind und deshalb eine wichtige Rolle spielen können: Sie können im Klima des Hasses eine Brücke sein. Sie dienen dem Land und bieten ihren Geist des Dialoges, der Versöhnung und der Vergebung an.“
(rv 10.02.2012 pr)
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      <author>webteam@vaticanradio.org</author>
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      <pubDate>Fri, 10 Feb 2012 13:28:14 GMT</pubDate>
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      <title>Papst ist Geldgeber für E-Learning-Projekt</title>
      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=562020</link>
      <description>  00:02:33:22  Papst Benedikt XVI. will das E-Learning-Projekt des internationalen Zentrums für Kinderschutz von München finanziell unterstützen. Das gab Vatikansprecher Pater Federico Lombardi nach der Abschluss-Pressekonferenz zum internationalen Symposium zur Missbrauchsbekämpfung am Donnerstagnachmittag in Rom bekannt. Die Geldspritze des Papstes für das Projekt ist laut Lombardi die zweitwichtigste Geldquelle nach der finanziellen Förderung des Zentrums durch die Erzdiözese München. Auf einer Internetplattform sollen bei dem E-Learning-Projekt Priester, Diakone, pastorale Mitarbeiter, Religionslehrer sowie Ehrenamtliche und Katecheten weltweit für die Problematik des sexuellen Kindesmissbrauchs und sexualisierter Gewalt sensibilisiert werden und mehr Handlungsfähigkeit im Umgang mit dem Problem erwerben können. Zu diesem Zweck will das Zentrum Online-Schulungen in mehreren Sprachen anbieten, die in Kooperation mit Diözesen und Ordensgemeinschaften in Argentinien, Ecuador, Deutschland, Ghana, Indien, Indonesien, Italien und Kenia durchgeführt werden sollen. 

Missbrauchskonferenz: „Papst war immer mit dabei“ 
Papst Benedikt XVI. habe alle Momente der Missbrauchskonferenz minutiös verfolgt, gab Lombardi auf der Pressekonferenz weiter an. Über die auf der Tagung präsenten Vatikanvertreter habe er die Teilnehmer „seine Unterstützung spüren“ lassen, so der Vatikansprecher. Vortragender auf der Konferenz war neben anderen Vatikanvertretern der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Joseph William Levada.

(adnkronos/pm/agi 10.02.2012 pr)
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      <author>webteam@vaticanradio.org</author>
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      <title>Ende des Missbrauchs-Kongresses: „Ich bin dankbar für die klaren Worte“</title>
      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=561980</link>
      <description>  00:03:29:45  Der Missbrauchs-Kongress an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom ist an diesem Donnerstag zu Ende gegangen. Klaus Franzl ist als Personalchef des Erzbistums München und Freising mit den Fällen und deren Aufarbeitung befasst, auch er hatte an der Tagung in Rom teilgenommen. Im Gespräch mit Radio Vatikan zieht er ein erstes Fazit des Prozesses, der mit diesem internationalen Kongress begonnen wurde.


„Ich halte diesen Prozess ganz persönlich für einen ersten wichtigen Lernschritt: Zu begreifen, dass die Krise, wie es hier genannt wird, also der sexuelle Missbrauch von Minderjährigen ein globales Thema in der Kirche ist, das die Kirche ins Mark trifft. Und das es nichts ist, das man schnell übergehen kann. Man kann nicht schnell zur Tagesordnung zurückkehren. Wir stehen vor pastoralen, rechtlichen, personellen und vielleicht sogar strukturellen Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen.“

Was haben Sie bei diesem internationalen Kongress für Ihre persönliche, konkrete Arbeit im Erzbistum München-Freising lernen können?

„Ich nehme zunächst einmal viele Fragen mit, wie wir in Zukunft mit dem Thema Missbrauch Minderjähriger durch Priester, durch kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umgehen werden. Ich nehme viele Fragen für unsere Arbeit im dem Zentrum für Kinderschutz mit, das wir zusammen mit der Gregoriana und dem Klinikum Ulm in München begonnen haben.“

Was sind die wichtigsten Ergebnisse, die Sie vielleicht von anderen Kontinenten, anderen Ortskirchen nach Hause mitnehmen?

„Die erste Erkenntnis ist, dass das Thema weltweit in Kirche und kirchlichen Kreisen, genauso wie in der Gesamtgesellschaft verankert ist und vorkommt. Das macht mich sehr, sehr betroffen. Wir müssen uns von dem Glauben verabschieden, dass sexueller Missbrauch von Minderjährigen ein regional begrenztes Thema ist. Ich sag es noch einmal: Das trifft die Kirche ins Mark. Dabei gibt es viele Unterschiede, vor allem kultureller Art. Das finde ich sehr spannend und interessant, dass kulturelle Prägung einfach auch noch einmal ganz neue Seiten und Dimensionen dieses Vergehens an Minderjährigen hervorbringt.“

Der Satz „bei uns gibt es das nicht, in unserem Land, in unserer Kultur ist das anders“ ist in den letzten Jahren immer wieder gefallen, wie vor dem Jahr 2010 auch in Deutschland, in der Schweiz und in Österreich. Ist das endgültig ausgeräumt?

„Ich hoffe. Es wurde hier in diesen Tagen von allen, die einen Vortrag gehalten haben, immer wieder ganz klar betont und herausgearbeitet, dass es kein regional begrenztes Thema ist, nicht nur. USA, Westeuropa, Irland. Nein, es ist ein Thema, das uns in Indien, Asien, Afrika, Nordamerika, Westeuropa betrifft, das die ganze Kirche betrifft. Ich hoffe, dass dieser Irrtum ausgeräumt ist, dass das in meinem Land, in meinem Kulturkreis, ja, in meiner Diözese nicht vorkommt.“

Haben Sie jetzt schon so etwas wie ein Resümee für sich oder über diesen Kongress?

„Ja, ein ganz kurzes und knappes Resümee: Es hat sich gelohnt, diesen Kongress zu machen. Ich bin dankbar für die klaren, deutlichen Worte, die hier von allen gefallen sind, die einen Vortrag gehalten haben, auch von höchsten kirchlichen Repräsentanten. Ich glaube, dass es eine gute Basis ist, jetzt in die Präventionsarbeit zu gehen.
Etwas was ich auch gelernt habe und was hier ganz deutlich wurde: Der erste Blick muss den Opfern gelten. Aus diesem Blick für die Opfer folgt die Notwendigkeit einer Präventionsarbeit, die wir jetzt aufbauen müssen.“


(rv 10.02.2011 ord)

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      <title>Benedikt XVI.: „Lindert die Not in der Sahelzone!“</title>
      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=561972</link>
      <description>  00:02:13:44  Papst Benedikt XVI. ruft die Internationale Gemeinschaft dazu auf, Armut und Not in der Sahel-Zone zu lindern. Vor Vertretern der „Stiftung Johannes Paul II. für den Sahel“ erneuerte Benedikt XVI. an diesem Freitag seinen dringlichen Appell zu mehr Solidarität für die Völker Afrikas, von denen viele angesichts der jüngsten „Jahrhundertdürre“ immer noch um ihr Überleben kämpfen: 

„Unglücklicherweise war die Sahelzone in den vergangenen Monaten erneut stark durch eine massive Schmälerung der Lebensmittel und durch eine Hungersnot gefährdet, die durch den Mangel an Regen und die konstante Wüstenbildung verursacht wurden. Ich mahne die internationale Gemeinschaft dazu, sich ernsthaft mit der extremen Armut der Bevölkerung dort auseinanderzusetzen, deren Lebensbedingungen sich verschlechtern. Ich möchte auch die Anstrengungen der kirchlichen Organisationen dazu ermutigen, die in diesem Bereich tätig sind.“

Weiter würdigte der Papst den Einsatz der 1980 auf Initiative von Papst Johannes Paul II. gegründeten Stiftung, die in Afrika in vielen Ländern mit muslimischer Mehrheit tätig ist. Über die guten Beziehungen zu vielen Muslimen im Kontext der Hilfsarbeit sei er erfreut, so der Papst. Das Prinzip der Barmherzigkeit gehe über die Grenzen der Religionen, Völker und Kulturen hinaus, erinnerte der Papst, der noch einmal seine Afrikareise Revue passieren ließ:

„In engführender und oft demütigender Weise hat man Afrika als Kontinent der Konflikte und der unendlichen und unlösbaren Probleme beschrieben. Im Gegenteil: Afrika empfängt heute die ,Frohe Botschaft‘ und ist für die Kirche der Kontinent der Hoffnung. Für uns und für euch ist Afrika der Kontinent der Zukunft. Ich erinnere an das postsynodale Schreiben, das ich auf meiner letzten Reise nach Benin überbrachte: ,Afrika, du Frohe Botschaft für die Kirche, werde es für die ganze Welt!‘ Die Stiftung ,Johannes Paul II. für den Sahel‘ ist dafür ein großes Zeugnis.“

Weiter rief der Papst die Stiftung, die in diesen Tagen in Rom zu ihrem Jahrestreffen zusammenkommt, zu fortwährender Erneuerung auf: Hier sei vor allem die geistliche und professionelle Ausbildung von Personal wesentlich, so der Papst. Neben dem Präsidenten des päpstlichen „Caritas“-Ministeriums Kardinal Robert Sarah dankte Benedikt XVI. auch der deutschen und italienischen Bischofskonferenz, die die Stiftung beide unterstützen. Die deutsche Bischofskonferenz ist in der Stiftung durch den Bamberger Erzbischof Ludwig Schick vertreten.

Hilfe für den Sahel seit fast 30 Jahren
Durch Förderung der ländlichen Entwicklung, durch Aufforstung sowie Maßnahmen zur Sanierung des Bodens und zur Wasserhaltung bekämpft die Sahelstiftung seit 28 Jahren insbesondere im Bereich von Bildung und Ausbildung die Desertifikation und die Not der ärmsten Bevölkerungsschichten. Die Projekte werden unabhängig von der Religionszugehörigkeit der Bevölkerung gefördert. Seit 1984 konnten mehr als 40 Millionen Euro für über 3.500 Projekte bewilligt werden. Die Projekte der Sahelstiftung werden zu einem großen Teil aus Erträgen der Spenden deutscher Katholiken anlässlich eines Aufrufs von Papst Johannes Paul II. finanziert. Dieser hatte 1980 in einem eindringlichen Appell um Hilfe für die nach einer Dürrekatastrophe Not leidende Bevölkerung im Sahel gebeten. Damals wurden 30 Millionen DM gespendet.

(rv 10.02.2012 pr)

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      <title>EU-Indien-Abkommen: Handel auf Kosten der Armen? </title>
      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=561939</link>
      <description>  00:02:24:48  An diesem Freitag findet in der indischen Hauptstadt Neu Delhi der EU-Indien-Gipfel statt. Auf dem Treffen wollen sich Vertreter der EU-Kommission und der indischen Regierung auf ein Handelsabkommen einigen, das womöglich die Existenzgrundlage von Millionen von Menschen in Indien gefährden könnte: Der indische Markt soll sich für europäische Produkte öffnen, die Zölle für solche Waren gesenkt werden – das sind schöne Aussichten für das krisengeschüttelte Europa, aber fatal für die Mehrheit der indischen Bevölkerung, erklärt im Gespräch mit Radio Vatikan der Handelsexperte von Misereor Armin Paasch. Er geht zur Stunde mit indischen Kleinbauern und -händlern gegen das Abkommen in Neu Delhi auf die Straße:

„Man muss wissen, dass der Einzelhandel in Indien mit 37 Millionen Beschäftigten der zweitgrößte Arbeitgeber ist. Und ein Großteil von diesen Arbeitskräften sind im informellen Sektor beschäftigt. Zehn Millionen Straßenhändler gehören zum Beispiel dazu. Das sind Leute, die jetzt schon am Existenzminimum leben. Und wenn sie jetzt ihre Arbeit verlieren würden, würden sie extremer Armut und extremem Hunger ausgesetzt werden. Nun verlangt die EU, dass europäische Supermarktketten wie Carrefour, Metro und Tesco Supermärkte in Indien eröffnen können. Und die Kleinhändler befürchten nun, dass sie verdrängt werden.“

Schätzungsweise 2,9 bis 5,7 Millionen Arbeitsplätze wären mit der Ausbreitung von modernen Supermärkten in Indien gefährdet. Weiter will die EU, dass 95 Prozent der indischen Zölle für europäische Produkte abgeschafft werden, so Paasch weiter. Eine solche Strategie würde der lokalen indischen Landwirtschaft den Todesstoß versetzen:

„Beispielsweise für Milch würde das bedeuten, dass 14 Millionen indische Bäuerinnen und Bauern der Konkurrenz von subventioniertem Milchpulver der EU ausgesetzt würden, auch hier befürchten wir starke Verdrängungseffekte, eine Verdrängung von den Märkten, was auch bedeuten würde, dass diese Bauern eben ihr Einkommen verlieren würden, und ihr wirtschaftlicher Zugang zu Nahrungsmitteln, also ihre Kaufkraft sehr stark darunter leiden würde.“

Im Lissabon-Vertrag ist festgeschrieben, dass die Handelspolitik der EU mit Menschenrechten konform gehen muss. Dieser Maßstab werde mit Füßen getreten, wenn das Abkommen tatsächlich planmäßig umgesetzt wird, so der Misereor-Handelsexperte weiter. 

40 Prozent leben immer noch in bitterer Armut
Trotz Wirtschaftswachstum und steigenden Exporten leben in Indien 40 Prozent der Bevölkerung immer noch in extremer Armut; jeder Vierte ist laut Angaben von Misereor chronisch unterernährt. Das Hilfswerk fordert deshalb eine Abschätzung der Folgen im Vorfeld von Handelsabkommen vor allem für die arme Bevölkerungsmehrheit in dem Schwellenland: Kein Handel auf Kosten von Grundrechten wie auf Nahrung und Arbeit, so der Appell, den Misereor zusammen mit der deutschen Heinrich-Böll-Stiftung  und mit zivilgesellschaftlichen Partnern in Indien vorbringt. In Neu Delhi wurde zu diesem Zweck ein Protestmarsch organisiert, der parallel zum Gipfel an diesem Freitag stattfindet. 

(rv/misereor 09.02.2012 pr)
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      <title>„Überlebende von Missbrauch haben zu wenig geistliche Hilfe“
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      <description>  00:01:06:62  Viele Missbrauchsopfer wollen nach den Verbrechen, die Priester an ihnen begingen, mit der Kirche nichts mehr zu tun haben. Aber das trifft nicht auf alle zu. Das betonte bei der Konferenz in Rom die Irin Marie Collins, die als Zwölfjährige von einem katholischen Priester vergewaltigt worden war und deren Aussagen die Konferenz eröffnet hatten. In geistlicher Hinsicht täte die Kirche heute noch zu wenig für die Missbrauchsopfer, sagt Collins - die „Opfer“ bezeichnet sie in ihren Beiträgen jeweils als „Überlebende“. 

„Es gibt aus meiner Sicht sehr wenig spirituelle Hilfe für die Überlebenden. Ich habe das mit Angehörigen der katholischen Hierarchie in Irland diskutiert, und mir scheint, sie betrachten die Opfer als außerhalb der Kirche stehend, als verletzt und zornig und nichts mehr mit der Kirche zu tun haben wollend. Nun, die meisten Missbrauchsopfer kamen aus katholischen Familien, deshalb hatten ja die Priester Zugang zu ihnen. Zu denken, dass die Überlebenden kein Interesse mehr daran haben, den katholischen Glauben zurückzugewinnen, ist - meine ich - falsch.“ 

(rv 09.02.2012 gs)
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